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DAA VWL 10.12.10
Dynamische Betrachtung des Wirtschaftskreislaufes
Im erweiterten Wirtschaftskreislauf “lernen” die Haushalte das Sparen. Konsumverzicht ist die Basis um Investitionen der Unternehmen erst zu ermöglichen. Bisher haben wir angenommen, dass
Y=C+S ist, und weil S=I galt, auch Y=C+I gilt. Erläuterungen zu den Formeln siehe hier.
EX POST – EX ANTE
Grundsätzlich wird in zwei Betrachtungsweisen unterschieden:
ex post
Beschreibt den IST-Zustand und somit die Vergangenheit bis maximal in die Gegenwart. Hier gilt S = I, da die Investitionen ja genauso groß waren, wie der Konsumverzicht.
ex ante
Versucht im voraus zu beschreiben. Hier kann es also Abweichungen geben. Investitionen werden in der Regel vorher geplant. Das Volumen des Konsumverzichts ist aber nur schätzbar. Deshalb gibt es in der Realität mehr Möglichkeiten als nur S=I.
- S = I(geplant) – unsere bisherige Betrachtungsweise.
- S > I(geplant)- Die Haushalte haben mehr gespart, als Investitionen geplant waren.
- S < I(geplant) – Die Unternehmen haben nicht genug Kapital um alle geplanten Investitionen umzusetzen.
Daher wird
- bleibt gleich
- wird zu S = I(geplant) + I(ungeplant)
- wird zu S = I(geplant) – I(unerwartet)
Eigendynamik
Die Volkswirtschaft ist einer Eigendynamik unterworfen. Abhängig vom Umsatz der Unternehmen verändern sich auch andere Bereiche und beeinflussen wiederum den Umsatz der Unternehmen.
↑↓
Dieses farbenfrohe ASCII-Kunstwerk soll die nachfolgenden Vorgänge verdeutlichen:
| ↑ (1mu) – ↑ (2mu) – ↑ (5mu) | ↑ (3mu) – ↑ (4mu) |
| Unternehmen | Haushalte |
| ↓ (1wu) – ↓ (2wu) – ↓ (5wu) | ↓ (3wu) – ↓ (4wu) |
Mehr Umsatz
1mu = Unternehmer hat mehr Umsatz
2mu = Unternehmer hat mehr Kosten (Sonderschichten, mehr Personal)
3mu = Haushalte verdienen mehr
4mu = Haushalte kaufen mehr
5mu = Der Kreislauf geht im nächsten Jahr bei 1mu weiter
Weniger Umsatz
1wu = Unternehmer hat weniger Umsatz
2wu = Unternehmer senkt Kosten (Kurzarbeit, Entlassungen)
3wu = Haushalte verdienen weniger
4wu = Haushalte kaufen weniger
5wu = Der Kreislauf startet im nächsten Jahr erneut bei 1wu
Wenn also keine inneren oder äußeren Einflüsse (z.B.: Marktsättigung, Innovationen oder staatliche Eingriffe) erfolgen, verstärkt die Eigendynamik den Auf- oder Abschwung. Sie ist also selbstverstärkend.
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