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Aug 20 2011

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Erfolgskonten

DAA ReWe 02.11.10

HandyinRaten.de

Am nächsten Schritt kann man ein wenig verzweifeln. Dabei ist es im Grunde ganz einfach.

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Erfolgskonten machen ReWe komplizierter – weil sie ReWe übersichtlicher machen wollen.

Bevor ein ReWe-Anfänger mit Erfolgkonten konfrontiert wird, hat er üblicherweise nur Bestandsbuchungen auf Vermögens- und Schuldposten gebucht und dabei das Eigenkapital außen vor gelassen. Denn auf das Eigenkapital wird nicht direkt gebucht. Ohne Erfolgskonten würde man Gewinne oder Erträge, die aus der Unternehmung entstehen, auf die Habenseite des Eigenkapitals buchen und Kosten oder Auf wendungen auf die Sollseite. Zum Beispiel sind die Buchungssätze

  • Bank an Eigenkapital (Wir erhalten Zinsen von der Bank)
  • Eigenkapital an Rohstoffe (Wir geben Rohstoffe in die Produktion)
  • Eigenkapital an Bank (Wir zahlen Löhne)

zwar grundsätzlich „bilanzmäßig richtig“, jedoch würden sie im Laufe eines Geschäftsjahres sehr viel Unordnung auf dem T-Konto „Eigenkapital“ hinterlassen und es sehr unübersichtlich machen.

Aufwandskonten + Ertragskonten

Deshalb hat man die Erfolgskonten erfunden. Diese unterteilen sich  in Aufwendungen und Erträge. Sie sind als Unterkonten des Eigenkapitals installiert. Deshalb wird auf den Aufwandskonten im Soll, auf den Ertragskonten im Haben gebucht. Alle Erfolgskonten sind demnach Passiv-Konten. Auf den Erfolgskonten kann nun „munter“ gebucht werden, sie selbst werden nur zur Bilanz gegen das Eigenkapitalkonto gebucht*, welches somit entlastet wird. * (jedoch nach speziellen Regeln, siehe weiter unten)

Beispiele für Aufwandskonten sind:

  • Löhne + Gehälter
  • Aufwendungen für Rohstoffe
  • Aufwendungen für Hilfsstoffe
  • Büromaterial

Beispiele für Ertragskonten sind:

  • Umsatzerlöse
  • Zinserträge
  • erhaltene Provisionen
  • Mieteinnahmen

Jahresabschluss, vorbereitende Abschlussbuchungen

Das GuV-Konto

Durch den Umweg der Buchung über die Erfolgskonten ist es nötig vor Erstellung der Bilanz die Buchungen von den Aufwands- und Ertragskonten auf das Eigenkapital umzubuchen. Dies wird über das GuV-Konto -Gewinn-und-Verlust-Konto- vorgenommen. Der Saldo aller Erfolgskonten wird auf das GuV-Konto umgebucht, welches somit einen weiteren Zwischenschritt bis zum Eigenkapital darstellt. Erst wenn das GuV-Konto selbst abgeschlossen werden kann, wird aus auf das Eigenkapital gegen gebucht. Befindet sich der Saldo auf der Sollseite, so hat das Unternehmen einen Gewinn, ist er auf der Habenseite, einen Verlust erwirtschaftet.

Woran erkenne ich nun Erfolgskonten?

Wenn eine Buchung das Eigenkapital beeinflusst, sind die Erfolgskonten im Spiel. Dies kann jedoch teilweise auch recht versteckt vor sich gehen. So ist z.B. auch das Konto „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ ein Ertragskonto ? Erfolgskonto, da ein Zahlungseingang aus Lieferungen und Leistungen einen Ertrag darstellt. Es schadet also trotz aller Logik nicht, die Konten auswendig zu lernen um in Klausuren keine Zeit durch nachgrübeln zu verlieren oder Flüchtigkeitsfehler zu riskieren. Sichere Zeichen sind natürlich das Vorkommen von „Ertrag“ oder „Aufwand“ im Kontennamen selbst. So z.B. „Aufwendungen für Rohstoffe“ oder „Zinserträge“. Aber Vorsicht! So einfach ist es eben nicht immer.

Liegt der Kontenrahmen vor, so wird die Sache jedoch noch wesentlich einfacher. In dem von uns genutzten Industriekontenrahmen sind die Erfolgskonten beispielsweise in den Klassen 5 bis 7.

Industrie-Kontenrahmen-Klassen

  1. = Aktivkonto
  2. = Aktivkonto
  3. = Passivkonto
  4. = Passivkonto
  5. = Ertragskonto
  6. = Aufwandskonto
  7. = Aufwandskonto
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Über den Autor

Mario Liedtke

Mario Liedtke hat 2013 an der DAA Düsseldorf den 'Staatlich geprüften Betriebswirt' erworben. Nun bastelt er an seinem Master (MBA). Außerdem fotografiert er gerne und fliegt gelegentlich 3D-fähige RC-Helicopter. Manchmal verbindet er auch beides miteinander.

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