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Aug 11 2011

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Redeangst – Logophobie

DAA Deutsch-Kommunikation 02.12.10
Vortrag „Redeangst“

HandyinRaten.de

Redeangst – Logophobie

Redeangst wird jeder von uns kennen, denn sie ist die Projektion einer Urangst. Wer glaubt frei davon zu sein, hat sie lediglich bereits überwunden. Ich persönlich zum Beispiel habe keine Redeangst, denn mir ist mental klar, dass mich selbst ein Texthänger nicht gleich umbringt. Aber das geht nicht jedem so.

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40% aller Deutschen leiden aktuell unter Logophobie. Während einer Projektarbeit als Student musste ich mich im ersten Semester mit der Redeangst beschäftigen. Die Extraktion der wichtigsten Erkenntnisse ist:
Menschen sind soziale „Tiere“. Wir lebten evolutionär meist in Sippen oder Gruppen, Einzelgänger waren selten. Denn die Gruppe sicherte die Überlebensfähigkeit. Auch heute noch fühlen wir uns in der Gruppe stark, aber alleine oft schwach.
Für eine Rede werden wir plötzlich aus unserem sicheren Platz innerhalb der Herde gezerrt und stehen im Rampenlicht. Alle Augen sind auf uns gerichtet.
Jeder Schritt eine Qual. Jeder unserer Fehler würde und wird registriert. Stolpern wir innerhalb der Herde, bekommt es niemand mit. Selbst wenn, es interessiert niemanden. Also solange wir nur stolpern und nicht fallen.

Redeangst ist deshalb meiner Meinung nach die Projektion einer Urangst, die wir vererbt bekommen haben. Eine Projektion deshalb, weil selbstverständlich in unseren Genen kein Schalter „Reden? = Todesangst!“ installiert wurde. Aber der Verlust der Sippe jedoch löst Todesangst aus.
Redeangst ist totale Panik. Nicht zu vergleichen mit Lampenfieber. Redeangst ist die Projektion der Urangst vor dem Tod.

Was kann man dagegen tun?

Auf der Rednerbühne sind wir auf dem Präsentierteller und jede unserer Aktionen und Reaktionen wird registriert.
Ist euch schonmal aufgefallen, dass viele Menschen deshalb auf der Bühne einen kleinen Schutzwall begrüßen? Das fängt schon mit kleinen oder größeren Kärtchen an, die man sich vor den Bauch halten kann. Microphonständer sind der nächste Level. Das Rednerpult mit Microphon ist das Maximum. So können wir einen Großteil unserer Aktionen verbergen und haben darüber hinaus etwas woran wir uns festhalten können…
Mit diesen Mitteln haben wir schon eine gesunde Basis gegen die Redeangst. Gute Vorbereitung hilft ebenfalls. Wer also eine Rede hält, sollte sich in Textsicherheit üben.
Schlecht ist es, die Rede komplett vom Blatt ablesen zu wollen. Dabei kann man sich nur verhaspeln!
Besser ist es, sich Stichworte auf Kärtchen zu notieren und frei über diese Punkte zu sprechen. Wenn man zu einem Punkt nicht mehr genug weiß, ist das nicht schlimm. Das Publikum kennt die Rede ja nicht. Dann wird dieser Punkt einfach übersprungen, und mit dem nächsten fortgefahren.
Als letzten kleinen Tip: Probiert für eine Rede möglichst „geerdet“ zu stehen. Also nicht unsicher, sondern mit beiden Beinen fest und sicher, Füße ca. 1 Schuhgröße voneinander entfernt stehend und grade und aufrecht dastehen. Vorher 2x tief Luft holen und plötzlich geht alles wie von selbst.
Probiert es mal aus!
Viel Spass bei eurer nächsten Rede!

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Über den Autor

Mario Liedtke

Mario Liedtke hat 2013 an der DAA Düsseldorf den 'Staatlich geprüften Betriebswirt' erworben. Nun bastelt er an seinem Master (MBA). Außerdem fotografiert er gerne und fliegt gelegentlich 3D-fähige RC-Helicopter. Manchmal verbindet er auch beides miteinander.

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.betriebswirtblog.de/redeangst-logophobie/

2 Kommentare

1 Ping

  1. Uwe Hampel

    Lampenfieber, Redeangst und Prüfungsangst werden durch Prozesse gesteuert, die auf der unbewussten Ebene ablaufen. Meine Praxiserfahrung hat gezeigt, dass Veränderungen zum Wohle des Klienten in nur 2 bis 3 Sitzungen möglich sind, wenn man seine Aufmerksamkeit durch prozessorientiertes systemisches Coaching auf die unbewussten Prozesse richtet.

    Viele Grüße
    Uwe Hampel

    1. Mario Liedtke

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