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Okt 03 2011

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Vorsteuer & warum Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten ist

DAA ReWe 18.11.10

Vorsteuer & Umsatzsteuer

Wenn der Volksmund von der Mehrwertsteuer spricht, meint er damit die Umsatzsteuer. Und ab hier wird es etwas verwirrend, da es Mehrwertsteuer eigentlich gar nicht gibt und die Umsatzsteuer dafür aber gleich zwei Bedeutungen hat. Eigentlich fehlt uns im Deutschen also die eine oder andere Vokabel. Dadurch wird das Thema unnötig kompliziert. Denn schon Konfuzius wußte: „Wenn die Sprache ungenau ist, so ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist.“

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Deshalb versuche ich hier den Sachverhalt mal so zu erklären, dass sich erst gar keine gordischen Knoten bilden:

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Umsatzsteuer (-System)

Die Umsatzsteuer teilt sich in zwei Bereiche: Die Vorsteuer und die Umsatzsteuer. Der Begriff Umsatzsteuer ist also doppeldeutig und leider im Kontext auch nicht immer eindeutig zuzuordnen. Zum einen ist es ein Oberbegriff und bezeichnet das Umsatzsteuersystem, zum anderen bezeichnet er den Steueranteil auf einer Ausgangsrechnung, der dem Käufer berechnet wird.

Umsatzsteuer

Umsatzsteuer ist das, was der Endverbraucher beim Kauf einer Ware oder Dienstleistung zahlt. Wer also ein Radio für 119,- Euro kauft, hat 100,- Euro für das Radio bezahlt, und 19,- Euro für die Umsatzsteuer.

Vorsteuer

Vorsteuer ist das, was der Unternehmer bezahlt*. Wenn der Stahl-Produzent „Stahlrohr AG“ Erze einkauft (also Rohstoffe zur Weiterverarbeitung), dann erhält er eine Rechnung vom Erzlieferanten „Minen-GmbH“. Für die Stahlrohr AG ist dies eine EINGANGS-Rechnung, für die Minen-GmbH eine AUSGANGS-Rechnung. Die Minen-GmbH hat für 100,- Euro Erze geliefert und berechnet nun mit 19% Umsatzsteuer. Für die Stahlrohr AG sind die zu zahlenden 119,- Euro jedoch nicht der Einkaufswert. Dieser ist netto nämlich nur 100,-. Für die Stahlrohr AG ist dies jedoch egal. Denn sie wird die Erze weiterverarbeiten und natürlich Gewinn aufschlagen und z.B. für 300,- Euro verkaufen. Auf der Ausgangs-Rechnung von Stahlrohr AG werden also 200,- + 57 (19% USt)=357,- Euro stehen. Stahlrohr AG nimmt also 57,- Euro USt ein, verrechnet diese mit den 19,- Euro die sie selbst an die Minen-GmbH gezahlt haben und schuldet nun dem Finanzamt nun nur 38,- statt 57,- Euro.

Vorsteuer ist also auch Umsatzsteuer. Sie wird nur anders genannt, damit man diejenigen Steuern, die man verrechnen kann um seine Umsatzsteuer-Zahllast zu verringern, besser von den Gesamtsumme unterscheiden kann.

*(Dies ist zur Erklärung vereinfacht ausgedrückt. Aber darauf gehe ich beim Thema „Umsatzsteuerzahllast oder Vorsteuerüberhang“ ein.)

Mehrwertsteuer-prinzip

Und (s.o.) genau dies begründet auch das Mehrwert-Prinzip. Denn innerhalb der Produktionskette bis zum Endverbraucher berechnet jedes Unternehmen die Umsatzsteuer nur für den selbst geschaffenen Mehrwert.

Warum ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten?

Die Umsatzsteuer beeinflußt den Gewinn oder Erfolg eines Unternehmens nicht. Zwar wird dieses Geld vom Unternehmen kassiert und verwaltet. Es wird aber auch komplett wieder an das Finanzamt abgeführt. So sind die Unternehmen also die Steuereintreiber für den Staat – auf eigene Kosten. Allerdings ist dieses Prinzip immer noch wünschenswerter als die Alternative: Um ansonsten zum gleichen Ergebnis zu kommen, müsste der Staat, also das Finanzamt jede(!) private und geschäftliche Transaktion sofort gemeldet bekommen, berechnen und selbst Rechnungen verschicken.

Eine Tabelle, aus der beispielhaft ersichtlich ist, wie die Umsatzsteuer „durchläuft“ und schliesslich alleine vom Endverbraucher getragen wird, findet ihr in diesem älteren Beitrag.

 

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Über den Autor

Mario Liedtke

Mario Liedtke hat 2013 an der DAA Düsseldorf den 'Staatlich geprüften Betriebswirt' erworben. Nun bastelt er an seinem Master (MBA). Außerdem fotografiert er gerne und fliegt gelegentlich 3D-fähige RC-Helicopter. Manchmal verbindet er auch beides miteinander.

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