Aug 16 2011

Das Bilanzschema

DAA ReWe 05.10.10

Die Bilanz

Die Bilanz ist in zwei Seiten aufgeteilt. Die linke wird „Aktiv-Seite“ genannt, die rechte „Passiv-Seite“ genannt.

Beide Seiten lassen sich (meist) klar auseinander halten, wenn man folgenden Grundsatz beherrscht: „Die Passiv-Seite enthält die Herkunft der Mittel, die Aktiv-Seite enthält deren Verwendung.“. (Für gewisse Unklarheiten kann allerdings sorgen, wenn ein Kunde auf das Bankkonto zahlt, da dies ja im Aktiv-Bereich ist. Doch dazu später.)

So enthält die Passiv-Seite (also rechts) das Eigenkapital und das Fremdkapital. Die Aktivseite (links) enthält u.a. Maschinen und Grundstücke also dass, was von dem Eigen- oder Fremdkapital angeschafft wurde.
Mittelverwendung <->Mittelherkunft

Schematisch sieht eine traditionelle Bilanz so aus:

Bilanz
Aktiv


Passiv


AV – Anlagevermögen EK – Eigenkapital
– Grundstücke
– Maschinen
– Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA)
– Fuhrpark
UV – Umlaufvermögen FK – Fremdkapital
– Roh-, Hilfs- & Betriebsstoffe – Darlehen (langfristiges FK)
– Fertigerzeugnisse – Lieferantenkredite (kurzfristiges FK)
– Forderungen
– Kasse
– Bank


Bilanzsumme Bilanzsumme / Gesamtkapital

Zählt man die Werte auf beiden Seiten zusammen, so müssen diese immer übereinstimmen. Auf beiden Seiten muss also das selbe Ergebnis stehen.

Die vier elementaren Buchungsfälle

Anhand dieser Konstruktion lassen sich nun auch schon die vier elementarsten Buchungsfälle abbilden. Diese sind:

Aktivtausch
Hierbei wird nur auf die linke, die Aktivseite, berührt. Die Bilanzsumme bleibt demnach unverändert.
Praxisnahes Beispiel: Ein Kunde kauft ein Fertigerzeugnis für 100,- Euro und zahlt bar. Fertigerzeugnisse würden also um 100,- Euro weniger, dafür hätten wir 100,- Euro mehr in der Kasse. Beides sind Konten der Aktivseite, und sie haben einen Wert von 100,- Euro ausgetauscht.

Passivtausch
Hierbei werden nur Konten der Passivseite, also rechts, berührt.
Praxisnahes Beispiel: Wir haben Zahlungsprobleme. Wir bitten deshalb einen Lieferanten, eine Rechnung die bald fällig wäre in ein Darlehen zu verwandeln. So wurden aus kurzfristigen Verbindlichkeiten langfristige.

Bilanzverlängerung / Bilanzmehrung
Wenn auf Aktiv- und auf Passivseite gleichzeitig eine positive Veränderung eintritt, vergrößert sich die Bilanzsumme. Die Summe hat sich gemehrt. Man spricht dann von einer Bilanzmehrung, oder, noch professioneller, von einer Bilanzverkürzung.
Praxisnahes Beispiel: Wir nehmen ein Darlehen bei der Bank auf. Auf der Aktivseite erhöht sich unser Bankguthaben, auf der Passivseite unser langfristiges Fremdkapital „Darlehen“. Dies zeigt auch sehr schön Mittelverwendung<->Mittelherkunft.

Bilanzverkürzung / Bilanzminderung
Nun tritt eine negative Veränderung auf beiden Seiten ein. Die Bilanzsumme verringert sich. Negativ muss in diesem Sinne nicht immer schlecht sein. Man spricht nun von der Bilanzminderung, oder der Bilanzverkürzung.
Praxisnahes Beispiel: Wir zahlen das Darlehen zurück. Unser Bankkonto auf der Aktivseite wird „kleiner“, es verringert sich, ebenso verringert sich das Fremdkapital „Darlehen“ auf der Passivseite.

Permanentlink zu diesem Beitrag: https://www.betriebswirtblog.de/das-bilanzschema/

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.