Aug 02 2011

Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie

VWL DAA 05.11.10

Zwei-Faktoren-Theorie

Frederick Herzberg hat sich mit der Arbeitsmotivation beschäftigt und ist zu dem Schluß gekommen, dass Motivation/Demotivation nicht eine einzelne Größe ist, sondern dass es sich um zwei separate Größen handelt. Wäre es nur eine Größe, so könnte jeder demotivierende Faktor mit einer ausreichend großen Motivation ausgeglichen werden. Dem ist aber nicht so. Es handelt sich nicht um ein Waagensystem.

Zwei Faktoren

Herzberger hat deshalb eine Teilung in zwei Faktoren vorgenommen. Den MOTIVATOR auf der einen Seite, die HYGIENE-FAKTOREN auf der anderen Seite. Der Begriff „Hygiene“ wird hier etwas zweckentfremdet, aber der gute Frederick fand kein besseres Wort.

Motivatoren

Motivatoren lassen sich schnell und einfach beschreiben, jeder kennt sie:

  • Gehaltserhöhung
  • Anerkennung und Lob
  • Verantwortung

Die Motivatoren führen unmittelbar zu größerer Motivation, ohne das ihr Fernbleiben jedoch zwangsläufig zu kleinerer Motivation führen muss. 

Hygienefaktoren 

Die Hygienefaktoren bedürfen mehr Erklärung, aber es ist eigentlich ganz einfach. Hygienefaktoren sind diejenigen Dinge, die als natürlich gegeben vorausgesetzt werden, aber nicht zu einer höheren Motivation führen. Es wird davon ausgegangen, das sie ganz selbstverständlich vorhanden sind. Diese Eigenschaft brachte den guten Frederick auch dazu, sie mit Hygiene in Verbindung zu bringen. Wenn unser Geschäftspartner ordentlich und frisch vor uns steht, erachten wir dies als selbstverständlich, aber es beeindruckt uns natürlich nicht. Würde er aber übelriechend und ungepflegt vor uns stehen, so würde uns dies sehr wohl negativ beeinflussen. (Das natürlich eine ganz außergewöhnliche Frische, ein besonderer Duft, exorbitant tolle Kleidung uns vielleicht doch sogar etwas positiv stimmen könnten, ist für dieses Denkmodel irrelevant und wird mal beiseite gestellt.)

  • Geld (Lohn und Gehalt)
  • Arbeitssicherheit
  • gute Beziehungen zu Kollegen
  • aktzeptable Arbeitsbedingungen

Hygienefaktoren werden also vorausgesetzt ohne positiv gewertet zu werden. Ihr Fehlen jedoch wird sofort negativ bemerkt und kann nicht unmittelbar durch Motivatoren aufgefangen werden.

Vier Möglichkeiten

Aus dieser Theorie ergeben sich vier Möglichkeiten (überhaupt enden Dinge bei Betriebswirten  unglaublich oft in Vier-Felder-Matrixen.. aber das werdet ihr noch sehen..):

 

Hohe Motivation + Hohe Hygiene

Hohe Motivation + wenig Hygiene

Idealsituation

Hoch motivierte Mitarbeiter

Wenige Beschwerden

Maloche

Motivierte Mitarbeiter, aber viele Beschwerden. Die Arbeit ist
anstrengend und die Bedingungen schlecht.

Wenig Motivation + Hohe Hygiene

Wenig Motivation + wenig Hygiene

Söldner-Mentalität

Die Mitarbeiter haben zwar keine Beschwerden, sind aber auch
antriebslos.

Der schlechteste Fall

Unmotivierte, schlechtgelaunte Mitarbeiter. Die Effizienz wird
miserabel.

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