Aug 28 2011

Meine BWL-Dozentin

Meine BWL-Dozentin

Frau BeWeL ist eine gemütliche, sympathische Frau. Ihr besonderes Merkmal ist eine extrem angenehme weiche Stimme, die auch zu ihrem Unterrichtsstil passt. Frau BeWeLs Stunden sind immer sehr interaktiv gewesen, denn sie hat zwar durchaus ihre Roadmap, ist aber immer bereit auch auf Nebenfragen einzugehen. Dadurch ist es sehr interessant mit ihr. Denn in BWL ist sie bombensicher und verfügt darüber hinaus auch über ein immenses und aktuelles Allgemeinwissen.

Wenn also jemand eine Verständnisfrage mit einem Beispiel aus seiner eigenen Berufs-Erfahrung umschreibt, ist Frau Bewels Antwort nicht nur kompetent, sondern -solange die beispielbezogene Firma halbwegs bekannt ist- auch auf die Umstände der bezogenen Firma zugeschnitten.

Wir haben in unserer Klasse einen signifikanten Anteil an Zeitsoldaten. Speziell für diese ist Frau BeWeLs Ton und Art gelegentlich zu sanft, was dazu führte, das in unserer Klasse eine gewisse Unruhe durch „Murmelgruppen“ entstand. Eingegriffen hat sie selten, jedoch durchaus, wenn es überhand nahm. Warum sie diese Murmelgruppen oft hinnimmt, oder ignoriert, habe ich in einem späteren, zufälligen Gespräch mit ihr erfahren. Ich wollte ihr gutgemeint empfehlen, dieser speziellen Studienklientel einfach eine gewisse größere Form von Authorität entgegen zu setzen. Denn andersherum haben mir diese selbst offenbart dass genau dies ihnen an Fr. BeWeL fehlen würde. Die für mich überraschende -aber eigentlich logische- Antwort war: „Ich weiß. Das könnte ich auch. Nur habe ich dazu überhaupt keine Lust. Sie sind hier alle erwachsene Menschen. Sie müssen selbst wissen, ob sie für ihr Geld hier lernen und herumalbern wollen.“. Rumms! Das sass! Wie konnte ich auch nur glauben, dass ich dieser gebildeten, intelligenten Frau mit profanen Tips kommen kann? 🙂

Nach Mathe mit ca. 2,5cm ist BWL mit 1,3cm das Fach, dass meinen Ordner am besten genährt hat. Bei Mathe waren es die vielen Blätter die ich selbst mit dem Lösen der Übungsaufgaben befüllte. Bei BWL lag es an den üppigen Kopien mit denen wir versorgt wurden, meinen eigenen Notizen und den Ergebnissen der Gruppenarbeiten.

Klausuren

Zur Klausur hatte ich nochmal all diese Kennzahlen gepaukt. Denn der restliche Stoff saß eigentlich ganz gut und wir erhielten folgende Info zu den Klausurinhalten:

  • Produktionsfaktoren
  • Rechtsformen und Merkmale
  • Publizität, Prokura und Handlungsvollmacht
  • Erfolgskonzepte, 7S
  • Kennzahlen
  • Break-Even-Point
  • Unternehmensziele

Die Klausur selbst bestand dann darin, dieses Wissen auf ein spezielles, vorgegebenes und im Aufgabenblatt beschriebenes Unternehmen anzuwenden. Die Aufgabenstellungen waren fair und Benotung und Korrekturinfos ebenfalls. Für meinen Geschmack hätten allerdings mehr Kennzahlen abgefragt werden können 😉

Kritik

Dennoch enthalten die Klausuren den einzigen Kritikpunkt den ich an Frau BeWeL habe. Denn die Rückgabe der Klausuren erfolgte ohne die Aufgabenblätter. Diese seien ja aufwendig zu erstellen gewesen und es soll nicht Ziel sein, dass diese später für andere Semester kopiert werden.
Dies hat mich gleich mehrfach verwundert. Denn erstens bekamen wir ein veraltetes Beispielklausurblatt bereits von ihr selbst. Zum anderen, aber auch viel wichtiger:
Ohne das Aufgabenblatt ist meine zurück erhaltene Klausur nur eine halbe Klausur, und im Zweifelsfalle für mich oder Dritte auch nicht mehr auf ihre Korrektheit überprüfbar. Ich muss also ehrlich sagen: Das finde ich unhaltbar. Schade.

 

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