Aug 28 2011

Meine Deutsch-Dozentin

Meine Deutsch-Dozentin

Ich traue mich nicht, hier über meine Deutsch-Kommunikation-Dozentin zu berichten. Denn womöglich findet sie eine Handhabe, alle hier von mir veröffentlichten Rechtschreibfehler in meine Note einfließen zu lassen.

Frau Deukom, Sie sind also fein raus. 🙂
(oder doch nicht?) 😉 (Denn:)

Artikel 5 Grundgesetz

Ach, was soll’s. Schließlich gibt es ja Artikel 5 des Grundgesetzes. Allerdings finde ich darin kein Wörtchen über Straffreiheit bei Rechtschreibfehlern. Hmm. Eine gewollte Gesetzeslücke? Vielleicht speziell für Lehrberufe? Egal, ich trau‘ mich trotzdem.

Frau Deukom

Frau Deukom ist eine zierliche, nette aber auch resolute Person mit einer kräftigen Stimme. Ich bin ihr wirklich sehr dankbar dafür, dass sie vielen Dingen mit denen ich mich bereits auch selbst beschäftigt habe, Namen gegeben hat. Dies erspart mir manchmal, diese Dinge erst wortreich erklären zu müssen. Beispielhaft sei hier der „Gemeinsame Zeichenvorrat“ genannt, der eine Grundbedingung der Kommunikation ist. Man kann sich diesen optisch anhand der Schnittmenge einer Mengenlehrezeichnung vorstellen. „Das hat aber weh getan!“ wird z.B. ein Boxer anders verstehen als ein Erstklässler. Auch über die Erwähnung von beispielsweise Samy Molcho  freute ich mich, da ich diesen bereits kannte und bewunderte.

Und Frau Deukom hat auch studiert. Nicht so wie wir jetzt, an einer privaten Akademie, sondern an einer richtigen Universität. Unter anderem in Aachen. Die Uni in Aachen gilt sogar als Eliteuniversität – für deutsche Verhältnisse. Allerdings eher in den MINT-Fächern als in Deutsch – aber immerhin. Jedenfalls ist es so etwas wie ihr Markenzeichen geworden. Denn zumindest im ersten Semester erinnerte sie uns gelegentlich mit Sätzen wie „Also ich hab ja ..xyz.. studiert..“ .. „..an der Uni(!)“ daran. Nicht immer. Aber gelegentlich. So ein, zweimal pro Block. Dies ist einigen Kommilitonen etwas negativ aufgestoßen, ich persönlich empfand es als netten, charakteristischen „Tick“. 🙂
(Vor allem da es mich an „Howie“ aus „Ein Colt für alle Fälle“ erinnert hat. Der hatte auch so einen Tick, der aktuell noch im Web nachgezählt wird.)

Lob & Kritik

Ihr Unterricht ist gut organisiert und in der Regel zielführend. Den Stoff vermittelt sie sicher und ausdrucksstark. Das sind Dinge, die ich auch sehr an ihr mag. Darüber hinaus -man möge mir den wiederholten Gebrauch dieses Ausdrucks verzeihen- ist sie in ihrem Fach absolut sattelfest und auch hilfsbereit, wenn man noch persönliche Nachfragen zum Thema oder sogar zu allgemeinen Fachfragen hat.

Kritik gibt es von mir nur wenig. Eigentlich sind es nur zwei Punkte: mangelndes Feedback und die Vortragsaufgabe in der Klausur. Aber auch die wollen der Vollständigkeit halber erwähnt sein, auch wenn mich nicht jeder Punkt persönlich betraf. So konnte es vorkommen, dass wir eine Gruppen- oder Hausarbeit aufgetragen bekamen, diese dann aber überhaupt nicht abgefragt wurde oder vorgetragen werden konnte, da uns Fr. Deukom der Einfachheit halber ihre Lösung des Themas präsentierte. Weil: „Diese Lösung ja eine anerkannt gute Lösung ist.“/sei. Nun. Uns hätte da vielleicht denn auch ihre Meinung zu unseren Arbeiten interessiert. Aber das kann man ja noch als Schönheitsfehler durchgehen lassen.

Etwas härter traf es da schon zwei Kommilitonen. Eine Aufgabe in der Klausur war das Verfassen eines Vortrages. Das Thema sollte vollkommen frei gewählt werden. Benotet werden sollte vorrangig der korrekte Umgang mit Gliederung, Einleitung und Thesen. Nun schrieb der eine in seiner kreativen Not über eine Disckjockey-Sequenzer-Software für den Macintosh-Rechner, der andere über hungernde Kinder in Afrika. Ersterer bekam für seinen Vortrag null Punkte (weil die Dozentin das Thema nicht nachvollziehen konnte), jedoch die Möglichkeit diesen Teil der Klausur neu zu erstellen, zweiterer angeblich (hier bin ich nicht komplett im Thema) einen Punktabzug, weil (so seine Aussage) seine Meinung über die Umstände hungernder Kinder in Afrika nicht so humanitär war, wie die der Dozentin.

Ok. Doof gelaufen, mein Rat daher: Schreibt über gemeinhin bekannte Themen die keinerlei sozialpolitische Brisanz haben, strengt euch an, beachtet die Regeln, dann gibt’s da auch keine Probleme. Wobei ich zugeben muss, dass niemand von uns mit einem Vortrag über ein selbst erst noch auszusuchendes Thema innerhalb einer Klausur gerechnet hat und die Auswahl jeden von uns zeitlich zurückgeworfen hat. Hier hätte ich mir lieber vier bis sechs geeignete Themenvorschläge gewünscht.

Achso, halt. Doch, es gibt noch einen Dritten Kritikpunkt. Auch bei Frau Deukom haben wir, wie bei Frau BeWeL, das zur Klausur gehörende Aufgabenblatt nicht mit der Rückgabe der Klausur zurück erhalten. Aus den gleichen Gründen: Es wäre ja  sehr aufwendig, eine Klausur zu gestalten und nicht gewollt, dass die Aufgaben später herumkursieren.
Mag alles sein, aber für mich ist und bleibt eine Klausur eine Urkunde, und da gehört nichts hinzugefügt und auch nichts entfernt. Außerdem benötige ich das Aufgabenblatt für meine eigene Aufarbeitung sowie eventuell zur Prüfung der Klausurnote durch Dritte.

Allerdings sind Fr. BeWeL und Fr. Deukom dann auch die einzigen beiden Dozenten, die dies meines Wissens an der DAA so handhaben. Bei allen anderen Dozenten mit denen ich zu tun hatte, erhalte ich meine Aufgabenblätter selbstverständlich mit der Klausur zurück.

 

 

 

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