Sep 21 2011

Merkmale einer Volkswirtschaft

DAA VWL 03.12.10

Merkmale einer Volkswirtschaft

Die grundlegenden Merkmale, die eine Volkswirtschaft ausmachen, sind:

  1. Arbeitsteilung (zwischen Haushalten und Unternehmen)
  2. Geld als Tauschmittel
  3. Sparen, Investieren -> Wirtschaftswachstum
  4. Staatliche Aktivitäten
  5. Handel mit dem Ausland (Im- & Export) 

Legende: ❚❚❚ = (noch) Statisches Modell – ❚❚❚ = Dynamisches Modell


Der einfache Wirtschaftskreislauf

Aus dem Statischen Modell ergibt sich bereits der einfache Wirtschaftskreislauf. Dieser berücksichtigt Unternehmen und Haushalte sowie Geld. Hier findet jedoch noch kein Handel mit dem Ausland, keine staatliche Aktivität und kein Wirtschaftswachstum statt. Mit dem einfachen Wirtschaftskreislauf sollen nur die Grundlagen isoliert betrachtet und verstanden werden.

 Produktionsfaktoren und Faktoreinkommen

Die Produktionsfaktoren haben wir schon besprochen. Sie werden durch die Mitglieder einer Volkswirtschaft gestellt. Genauer gesagt: Durch die Haushalte. Die Entlohnung dafür sind die Faktoreinkommen. Für Arbeit gibt es Lohn, für Boden Pacht und für Kapital Zinsen. Die Summe der Faktoreinkommen bilden das Volkseinkommen, welches in Formel mit Y dargestellt wird. Der Konsum wird mit C dargestellt.
\sum{Faktoreinkommen}~=Volkseinkommen = Y

Im einfachen Wirtschaftskreislauf wird davon ausgegangen, dass Y=C ist. Die Haushalte geben also ihren gesamten Verdienst wieder für Konsum aus.

Der erweiterte Wirtschaftskreislauf

Im erweiterten Wirtschaftskreislauf wird sich weiter an die Realität angenähert. Erweitert wird um den Staat und es wird berücksichtigt, dass Haushalte nicht ihren gesamten Verdienst ausgeben müssen, sondern auch sparen(!) können! Der Staat nimmt eine Sonderrolle ein. Denn gegenüber den Haushalten verhält er sich wie ein Unternehmen (verkauft Dienstleistungen, kassiert dafür Geld), den Unternehmen gegenüber verhält er sich wie ein Haushalt (kauft Güter & Dienstleistungen gegen Bezahlung).

Wir bauen nun Sparen in die Formel ein. Die neue Formel lautet also Y=C + S, und da S=I, gilt genauso Y=C+I. Außerdem müssen wir noch den Staat berücksichtigen  Y=C+I+CSt. Nun fehlt nur noch das Ausland: Y=C+I+CSt+X-M

 

Folgende Bezeichnungen sind festgelegt:

Bezeichnung Beschreibung Herkunft
Y Volkeinkommen, Bruttoinlandsprodukt (BIP) YIELD
C Konsum Consum
S Sparen Save
I Investitionen Investments
CSt Konsum des Staates
M Import iMport
X Export eXport
NX
Netto-Export (X-M) Exporte abzgl. Importe
außerdem verwende ich hier noch
A = Arbeit L = Lohn EK = Eigenkapital
B = Boden P = Pacht GuV = Gewinn und Verlust
K / FK = Kapital / Fremdkapital Z = Zinsen

Absatzrisiko der Unternehmen

Der Anbieter trägt das Absatzrisiko. Es kann durchaus auch vorkommen, dass ein Gut produziert wird, dass nicht oder nur stark unter den Kosten abgesetzt werden kann. Eine Beispielrechnung dazu:

Verkaufserlöse 1000,-
A · L 400,-
B · P 200,-
(F)K · Z 50,-
EK · GuV 350,-

Wäre der Verkaufserlös beispielsweise nur 500,-, so wäre die GuV negativ mit -150,-.

Konsumverzicht

Investitionen, und somit auch das Wirtschaftswachstum(!), setzen immer den Konsumverzicht der Haushalte voraus. Dies erfordert jedoch auch eine Volkswirtschaft, die es den Haushalten erlaubt, Konsumverzicht auszuüben. Mindestens die Grundbedürfnisse müssen also befriedigt werden können, bevor einzelne Haushalte an Konsumverzicht denken. Werden auch schon Kulturbedürfnisse oder gar Luxusbedürfnisse befriedigt, können sich immer mehr Haushalte zum Konsumverzicht entschliessen. Daraus läßt sich ableiten, dass in einem Land in dem der Großteil der Bevölkerung Hunger leidet, wohl kein Konsumverzicht möglich ist – und somit auch keine Investitionen getätigt werden können.

Investitionen setzen immer den Konsumverzicht durch die Haushalte voraus.

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