Aug 13 2011

Sechs Hinweise für erfolgreiches Lernen

DAA Orga 15.11.10

Sechs Hinweise für erfolgreiches Lernen

  1. Verstehen statt Einprägen
    Natürlich kann man den Satz des Pythagors und die abgeleiteten Formeln einfach auswendig lernen. Natürlich kann man dieses Wissen dann auch korrekt anwenden. Aber wenn man das Wissen durch einsichtiges Lernen verstanden hat, wird man es besser, kreativer und langfristiger anwenden können. Denn durch das Verständnis kann man das neue Wissen oft in vielen anderen Situationen wieder erkennen. Dazu kommt: Auswendig Gelerntes kann falsch erinnert werden. Ist man sich z.B. nicht mehr sicher, ob eine bestimmte Aktion einen Wert steigen oder sinken läßt, kann ein Auswendiglerner nur noch raten. Seine Chance ist 50:50. Verstandenes jedoch kann durch kurze Denkpause logisch überprüft und wieder korrekt dargestellt werden. Ein typisches, praxisnahes Beispiel für solch eine Situation wäre für jemanden der schon lange keine Buchführung mehr gemacht hat „Auf welcher Seite mehrt sich nochmal ein Aktivkonto?“
  2. Wiederholungen fördern den Erfolg
    Was wir einmal lernen und nie wieder benötigen werden wir meist vergessen. Wissen jedoch, das ständig benötigt wird, wird nicht vergessen. Wiederholungen sorgen für besseres Remembern. Das Gehirn verbindet das Wissen mit anderen Dingen und schafft weitere Verknüpfungen. Dieser Anbau von Synapsen hilft uns zu lernen, bzw. das ist Lernen.
    Mehr hierzu auch in meinem Artikel über die Vergessenskurve.
  3. Vor dem Schlafen lernen
    Vergessen statt Behalten findet auch statt, wenn das Gelernte keine Zeit hatte, sich „zu setzen“. Nach dem Lernen sollten neue Sinneseindrücke und Aktivitäten vermieden werden. Denn Vergessen ist nicht nur passives verlieren, sondern vor allem aktive Hemmung durch neue Eindrücke. In diesem Zusammenhang ist auch die Ablenkung zum Einschlafen durch Musik, Hörspiele oder TV leider kontraproduktiv.
  4. Keine Einseitigkeit
    Wer tagelang nur das eine Fach studiert, oder zwei ähnliche Fächer hintereinander, der hat angeblich nach mir nicht näher genannten Untersuchungen hinterher weniger behalten, als jemand, der abwechslungsreich lernt. Diese These macht für mich Sinn. Denn ein Bodybuilder der sich z.B. eine Woche lang nur auf Bizeps und Trizeps konzentriert, dann eine Woche lang nur auf den Latissimus, der wird wohl weniger schnell vorankommen, als einer der alles ausgeglichen trainiert. Ich denke, dass unser „Lernmuskel“, das Gehirn, dies ganz ähnlich sieht. Irgendwann mag unsere mathematische Hirnregion ihre Aufnahmekapazität erreicht haben. Unser Zentrum für Marketing, das weniger Logik, dafür aber mehr Kreativität benötigt, ist aber wohl noch fit. Das abwechslungsreiche Lernen spiegelt sich auch erfolgreich seit langem in den Stundenplänen fast jeder Schule wider.
  5. Mit vielen Sinnen lernen
    Über die verschiedenen Lerntypen haben wir schon gesprochen. Und auch, das ausser Autisten niemand üblicherweise eine besonders große Präferenz für einen Lerntypus darstellt, also durch Hören 95% und durch Sehen nur 5% lernt usw. Es ist daher sinnvoll, so viele Sinne wie möglich anzusprechen um zu lernen. Hören, Lesen, Sehen, Schreiben, Erklären hilft also alles beim Lernen.
  6. Anderen gelerntes Erklären
    Wer anderen nicht nur mitteilt, sondern erklärt, was er gelernt hat, ist nicht nur besonders wertvoll für seine Kommilitionen und nervig für sein privates Umfeld, sondern hat auch die Königsdisziplin zum Lernen gefunden. Den Effekt kennt ihr vielleicht: Habt ihr schonmal vor einem Problem gestanden, und einen Freund um Rat gefragt? Ist euch dann beim Erklären des Problems plötzlich die Lösung wie von selbst eingefallen? Bingo! Damit hat es zu tun!
    Wer anderen etwas erklärt, setzt sich selbst sehr intensiv mit dem Thema auseinander. Die fördert einsichtiges Lernen (s.o.) sozusagen automatisch als Gratiszugabe, und ist natürlich auch Wiederholung (auch s.o.). Zugleich findet man so ganz genau heraus, wo mögliche eigene Verständnislücken sind. Meist bemerkt man diese nämlich sonst gar nicht (bzw. erst in der Klausur)!

Kritik

Erfolgreiches Lernen ist nicht unbedingt so schwer. Manchmal allerdings machen wir es uns selbst schwer, oder es wird uns von anderen schwer gemacht.  Wenn ein Dozent beispielsweise nur einmal kurz erklärt, und sich dann auf Übungsaufgaben verläßt, die mechanisch abgearbeitet werden, so ist zwar mein Punkt 2 wunderbar erfüllt, aber der wichtige Punkt 1 dafür vollkommen übergangen worden.

[warning]So zufrieden ich im Allgemeinen mit dem Studium an der DAA bin, so sehr wünsche ich mir auch, dass dieser Artikel von gewissen Dozenten gelesen wird und das wohlgemeinte Feedback einen Denkanstoss auslöst…
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